Die besten Wahlkämpfer der AfD

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By Cogiati (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

In Deutschland lässt sich in den vergangenen zwei Jahren immer wieder dasselbe Phänomen beobachten: Veranstaltungen, zu denen die AfD selber lädt, von der Partei nahestehenden Organisationen eingeladen wird, oder Podiumsdiskussionen mit Politikern der Partei werden von „antifaschistischen“ Demonstranten gestört und teilweise sogar zum Abbruch gebracht. Der letzte Vorfall dieser Art ereignete sich an der Universität Magdeburg bei einer Veranstaltung der AfD-nahestehenden ortsansässigen Hochschulgruppe zum Thema Genderforschung. Zu der Veranstaltung, die in den Räumlichkeiten der Universität stattfand, war als Redner der Landesvorsitzende der AfD, André Poggenburg, angekündigt.  Im Online Portal der Zeitung DIE ZEIT ist über den Ablauf der Geschehnisse zu lesen, dass ca. 400 Studierende der Universität sich im Saal einfanden um die Rede Poggenburgs lautstark zu stören. Es wird weiterhin von Handgreiflichkeiten zwischen den Begleitern des AfD-Vorsitzenden und den Demonstrierenden berichtet in deren Verlauf auch ein Knallkörper in Richtung des Podiums geworfen wurde. Schlussendlich wurde Poggenburg, nachdem 40 Polizeibeamte die zunehmend eskalierende Situation auflösten, unter Polizeischutz und dem tosenden Jubel der 400 vermeintlichen Beschützer der Demokratie aus dem Saal begleitet. Er wirkte dabei hochzufrieden und winkte lächelnd zum Abschied.

Manche würden wohl  erwarten, dass die AfD sich über diese Vorgänge maßlos ärgert. Doch gerade der grinsend den Saal verlassende Poggenburg macht dem aufmerksamen Beobachter klar: Einen größeren Erfolg, als einen Veranstaltungsabbruch, kann es für die AfD gar nicht geben. Sie kann sich in der Konsequenz als Opfer gerieren, ihre Geschichte von der nicht mehr vorhandenen Meinungsfreiheit in Deutschland weiter spinnen und die Spaltung der Gesellschaft in die vermeintliche „Alternative“ und das „Gutmenschenkartell“ vorantreiben.

Die gegen die AfD Protestierenden bestätigen sich dabei immer wieder gerne ungewollt als fleißigste Wahlkampfhelfer der Rechtspopulisten. Die Methodik, den Gegner niederzubrüllen oder gar mit Gewalt gegen den politischen Gegner vorzugehen, spielt den Rechtspopulisten dabei in die Hände. Sie müssen ihre kruden „Argumente“ nicht verteidigen und können sich zu allem Überfluss nicht ganz zu Unrecht darüber beklagen, dass ihr Recht auf freie Meinungsäußerung durch Antifa, linke Studierendenbewegungen und Gott weiß wen, der sich zum Niederbrüllen der AfD berufen fühlt, eingeschränkt wird.

Die AfD suhlt sich im Anschluss an solche Veranstaltungen in der Aufmerksamkeit, die sie durch die mediale Berichterstattung bekommt. Sie bekommt eben genau das von den Leuten, die diese Partei eigentlich bekämpfen wollen: Eine Bühne. Eine solche Veranstaltung wie in Magdeburg, wäre wohl kaum berichtenswert gewesen, falls sie ordnungsgemäß abgelaufen wäre.

Es wäre wohl weitaus cleverer, intellektuelle Dünnbrettbohrer wie André Poggenburg in der offenen Diskussion zu stellen und lächerlich zu machen. Aber das fühlt sich eben nicht so extrem rebellisch an. Und vielleicht hat die linke Seite ebenso nur schlechte Argumente. Wer weiß.

Den politischen Gegner niederzubrüllen und ihm generell die Möglichkeit zu nehmen, sich zu äußern, lässt jedenfalls vermuten, dass es um das Demokratieverständnis der Demonstrierenden  wohl genauso schlecht bestellt ist, wie um das Verständnis von Pressefreiheit der AfD.

Sicher ist jedoch: Wer die Veranstaltungen der AfD stört, erweist sich als nützlicher Kämpfer für deren Sache. Vielen Dank an dieser Stelle dafür. Nicht.

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